Australian Embassy
Germany
Germany, Switzerland, Liechtenstein

Rede121110


Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2010
Marine-Ehrenmal, Laboe, 12. November 2010
Grußwort von S.E. Botschafter Peter Tesch

Sehr geehrter Herr Heid,
sehr geehrter Herr Admiral,
meine Damen und Herren!

Es ist eine große Ehre für mich, heute hier mit Ihnen zusammen der gefallenen Seeleute aller Nationen zu gedenken, die für ihr Land das äußerste Opfer gebracht haben.

Für mich als Botschafter Australiens ist es zudem ein besonderer Anlass, da wir die Gedenktafeln enthüllen, die an die Gefallenen der HMAS Sydney II und des deutschen Hilfskreuzers HSK Kormoran erinnern.

Die Geschichte des Untergangs der HMAS Sydney II mit allen Mann an Bord an jenem verhängnisvollen Abend des 19. November 1941 war lange Zeit eines der großen Rätsel in der Geschichte der australischen Seefahrt und hat die Gedanken vieler Menschen beschäftigt.

In Australien hat der deutsche Botschafter Lutz einer Gedenkfeier an der Stätte des Untergangs der Kormoran beigewohnt und dort eine Tafel mit den Namen aller Verschollenen der Kormoran ins Meer gesenkt. Es zeigt vielleicht beispielhaft, wie weit unsere beiden Länder in Freundschaft und gegenseitigem Respekt gekommen sind, dass eben jenes Schiff, auf dem die Gedenkfeier stattfand, die HMAS ANZAC, in Australien nach Konstruktionsplänen der deutschen MEKO-Fregatten gebaut war.

Die See ist ein Teil der Welt, zu dem fast alle Länder einen Bezug haben, und bietet auch heute noch eine Verbundenheit, die alle Seeleute über alle Grenzen teilen. Die Widmung der Gedenkstätte von Laboe von 1996 „für die auf See Gebliebenen aller Nationen“ und als „Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren“ erfasst den Kern dieser gemeinsamen Erfahrung und betont, wie sehr diese Gedenktafeln zu den vielen anderen Erinnerungen in Laboe passen, mit denen der auf dem Meer Verunglückten gedacht wird.

Diese gemeinsamen Traditionen kann man auch erleben, wenn man in Australien in den Hafen von Sydney einfährt, wo genau wie hier in Laboe alle passierenden Kriegsschiffe den zur See Verunglückten die Ehre erweisen.

Ich danke Ihnen, Herr Heid, und in Ihrem Namen dem deutschen Marinebund, für das prompte Entgegenkommen bei der Erfüllung der Bitte der Finding Sydney Foundation, auch hier an diesem wichtigen Ort der Erinnerung und Versöhnung, den Gefallenen dieser beiden Schiffe zu gedenken.

An diesem Tag schaue ich gern der weiteren Zusammenarbeit unserer beiden Länder entgegen, in der klar zum Ausdruck kommt, dass diese Opfer nicht umsonst waren.