Australian Embassy
Germany
Germany, Switzerland, Liechtenstein

Rede031110


Einweihung der Biotechnologie-Produktionsanlage von CSL Behring
Marburg-Görzhausen, 3. November 2010
Grußwort von S.E. Botschafter Peter Tesch

 

Sehr geehrter Herr Dr. Martin,
dear Dr McNamee,
verehrte Gäste!

Auch für mich als Botschafter Australiens ist es ein ganz besonderer Anlass, heute bei der Eröffnung dieser neuen Produktionsanlage von CSL Behring mit dabei zu sein.

Es freut mich sehr, dass damit die starke Präsenz von CSL Behring in Deutschland weiter ausgebaut wird.

Es kommt darin sehr gut zum Ausdruck, dass die Beziehungen zwischen Australien und Deutschland sehr viele Facetten haben und insbesondere auch in der Forschung und Wissenschaft und der damit verbundenen Industrie intensive Verbindungen bestehen. Das mag bisher nicht so breit bekannt sein, wie es angemessen wäre. Diese Eröffnung heute kann aber beitragen, dies zu ändern.

Die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in der Wissenschaft und Technologie hat eine lange Tradition, die zurückgeht auf Wirtschafts-kontakte und zunehmend auch akademischen Austausch, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg ständig ausgebaut wurden.

Ein formeller Rahmen wurde dann 1976 mit einem bilateralen Regierungsabkommen über Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit geschaffen.

Schwerpunkte unserer Kooperation liegen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Biotechnologie sowie Umweltforschung. Auch in der Informations- und Kommunikationstechnologie gibt es gute Kontakte, die sich in gemeinsamen Projekten und auch Investitionen ausdrücken.

Die intensiven Kontakte zwischen australischen und deutschen Wissenschaftler kommen auch darin zum Ausdruck, dass bei Forschungsarbeiten, die gemeinsam mit Australiern publiziert werden, Deutschland an vierter Stelle steht, nach den USA, Großbritannien und China. Die Schwerpunkte der gemeinsamen Veröffentlichungen liegen dabei in den Bereichen klinische Wissenschaften, Physik, Biologie und Ingenieurwesen.

Australien hat eine sehr vielfältige Forschungslandschaft mit zahlreichen international renommierten Organisationen und Institutionen, deren Arbeit immer wieder Anstöße auch für die wirtschaftliche Nutzung gibt. Durch die hervorragende Anbindung und Ausrichtung der Forschung auf die Wirtschaft bestehen bei uns dazu sehr gute Voraussetzungen.

Beispielhaft stehen dafür die sogenannten Cooperative Research Centres (CRC), die Forscher direkt mit Partnern aus der Industrie vernetzen. Seit Beginn des CRC-Programms 1990 sind von der öffentlichen Hand und der Industrie über 10 Milliarden Australische Dollar, also über 6 Milliarden Euro, investiert worden.

Vor diesem Hintergrund ist Australien heute für Europa und Deutschland ein interessanter Partner, mit dem ein Dialog auch bezüglich großer internationaler Projekte besteht.

Ganz aktuell sind hier auch die Pläne für ein völlig neuartiges Teleskop zur Erforschung des Weltalls in bislang nicht erreichten Tiefen, das sogenannte Square Kilometer Array, oder kurz SKA. Es ist dies ein internationales Vorhaben, bei dem die Europäische Union sich mit erheblichen Investitionen einbringen will. Australien und Neuseeland bieten sich als Standort an und stehen dazu mit Partnern, auch in Deutschland, in Kontakt. Es ist ein Projekt, das große Chancen für viele Bereiche der Wissenschaft und Technik bietet, zum Beispiel für die Informationstechnologie.

Aber auch das Feld, in dem CSL Behring tätig ist, die Medizin und Biotechnologie, hat einen prominenten Platz in unseren bilateralen Beziehungen.

Eine besondere Zusammenarbeit besteht hier im Rahmen der sogenannten M8 Alliance, einer Gruppe von acht führenden internationalen Einrichtungen, die seit 2009 jedes Jahr in Berlin zum World Health Summit zusammenkommen. Im nächsten Jahr wird der Dekan der Medizinischen Fakultät der Monash University Melbourne, Professor Steve Wesselingh, Co-Präsident dieses Weltgesundheits-gipfels sein. Dies unterstreicht nachdrücklich das herausragende Profil, das Monash auch global hat, und zeigt, wie gut eingebunden Australien auf diesem Gebiet ist.

Vor diesem weitgespannten Hintergrund stehen die Aktivitäten von CSL Behring, in Australien genauso wie in Marburg, und zeigen einen Aspekt unserer bilateralen Beziehungen, der noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Australien und Deutschland profitieren beide von dieser Dimension des Austauschs, und ich wünsche mir noch mehr Offenheit für diesen Dialog zwischen Partnern in unseren Ländern.

Ihnen, Herr Dr. Martin, und Ihren Mitarbeitern wünsche ich mit der neuen Anlage viel Erfolg – geschäftlichen Erfolg zunächst, aber darüber hinaus auch Erfolg mit Ihren Produkten als Beitrag für den medizinischen Fortschritt und damit für viele Betroffene, denen sie zugutekommen.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.